Sternwarte Peterberg: Unser nächtlicher Ausflug ins „Licht‑Labyrinth“

Sternwarte Peterberg: Unser nächtlicher Ausflug ins „Licht‑Labyrinth“
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Letzten Freitag haben wir zusammen mit dem Kreisverband Sankt Wendel die Sternwarte Peterberg in Nonnweiler unsicher gemacht. Unter dem Motto „Lichtverschmutzung“, das unseren Kreisverband ja schon länger begleitet, hat uns Christoph Pütz (Hobby‑Astronom, Verfechter der Dunkelheit und Mitglied der International Dark‑Sky Association) mit einem Vortrag über die grelle „Nachtlampen‑Apokalypse“ begeistert. Er war auch maßgeblich beteiligt an der Belichtungsumrüstung im Nohfeldener Ortsteil Eiweiler. Diese Modelldorf wurde unter dem Projekt Gesundes Licht für Natur und Mensch als „Star Village“, also als Sternendorf zertifiziert. Die Menschen in Eiweiler haben es verstanden, doch im Rest der Welt wird es immer heller, dabei ist diese Dauerbeleuchtung sehr schädlich für Mensch, Tier und Pflanzen. Doch den meisten ist das im Alltag gar nicht bewusst. Wer hätte, zum Beispiel, gedacht, dass manche Straßenlaternen so hell leuchten, dass sie fast schon als Tageslicht‑Ergänzung gelten und das kalte LED‑Blau nicht nur unsere Augen, sondern auch Eulen, Fledermäuse und heimische Pflanzen in die Knie zwingt?
Warum das Ganze kein nächtlicher Zuckerschock, sondern ein echter Albtraum ist
Etwa ein Drittel aller Wirbeltiere und fast zwei Drittel aller Wirbellosen sind nachts aktiv und plötzlich wird ihr Lieblingsplatz zur Disco. Vögel fliegen gegen grell beleuchtete Fassaden, Insektenpopulationen in Naturschutzgebieten haben in den letzten 27 Jahren um satte 75 % abgenommen (und damit auch unser Bestäuber‑Team). 
Und wir Menschen? Unser Schlaf wird von zu hellem Licht sabotiert, unser Melatonin geht in den Streik und das Risiko für Depressionen, Herz‑ und Krebserkrankungen steigt. Und für die Astrofotografen an der Sternwarte heißt das: Statt funkelnder Milchstraße nur ein verschwommenes Leuchtreklame‑Muster.
Was wir jetzt tun können? 
Politisch fordern wir warmweißes Licht (≤ 3000 K) und Leuchten, die nur nach unten strahlen. Das spart nicht nur Energie, sondern lässt auch die Sterne wieder auftauchen. Überflüssige Beleuchtung einfach ausknipsen oder benötigte mit Bewegungsmeldern, Zeitschaltern und Sensoren ausstatten (ab 22 Uhr darf’s ruhig dunkel sein). 
Privat geht’s ganz easy: Keine grellen Fassadenlichter, keine auch noch so hübschen Solarleuchten im Garten (die locken nicht nur Schnecken, sondern auch neugierige Nachbarn an), Licht nur auf das eigene Grundstück richten und dabei auf warmweißes Licht (2200–2700 K) setzen. Oft reicht schon der Austausch einer Glühbirne, um die Nacht zurückzugewinnen – und das mit gutem Gewissen und zukünftig besser ausgeschlafen.
 
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