Letzten Freitag waren wir mit dem Kreisverband Sankt Wendel in der Sternwarte Peterberg in Nonnweiler.
Wir hatten das Thema „Lichtverschmutzung“.
Lichtverschmutzung heißt: Es gibt zu viel Licht in der Nacht.
Das kommt zum Beispiel durch Straßenlaternen oder Hauslampen.
Das ist schlecht für Pflanzen, Tiere und Menschen.
Christoph Pütz hat einen Vortrag gehalten.
Er ist Hobby-Astronom.
Er mag dunkle Nächte.
Er ist Mitglied der Gruppe „International Dark‑Sky Association“.
Die Gruppe kämpft gegen zu viel Licht in der Nacht.
Christoph Pütz hat geholfen, in Eiweiler die Lampen zu ändern.
Eiweiler ist ein Dorf im Ortsteil Nohfelden.
Das Dorf hat jetzt gesunde Lampen.
Das bedeutet: Das Licht ist besser für die Natur und für die Menschen.
Eiweiler wird jetzt „Star Village“ genannt. Das heißt Sternendorf.
Die Menschen in Eiweiler wissen: Zu viel Licht ist nicht gut.
Im Rest der Welt gibt es aber immer mehr Licht.
Das schadet Menschen, Tieren und Pflanzen.
Viele Menschen merken das gar nicht.
Manche Straßenlaternen sind sehr hell.
Sie machen fast so viel Licht wie die Sonne am Tag.
Das blaue Licht von LED-Lampen ist schlecht für unsere Augen.
Das blaue Licht stört Eulen, Fledermäuse und Pflanzen.
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Warum ist das ein Problem?
Viele Tiere sind nachts aktiv.
Ein Drittel der Wirbeltiere ist nachts unterwegs.
Zwei Drittel der wirbellosen Tiere sind nachts unterwegs.
Wirbeltiere haben einen Rücken aus Knochen.
Wirbellose Tiere haben keinen Rücken aus Knochen.
Zum Beispiel: Vögel, Eulen, Fledermäuse, Insekten.
Wenn es zu hell ist, fühlen sich die Tiere unwohl.
Zu helles Licht macht manche Plätze wie eine Disco für Tiere.
Vögel fliegen gegen sehr helle Wände.
Insekten werden weniger.
In Naturschutzgebieten gibt es viel weniger Insekten als vor 27 Jahren.
Das ist schlecht, weil Insekten Pflanzen bestäuben.
Menschen schlafen schlechter, wenn es zu hell ist.
Unser Körper kann weniger Schlafhormon machen.
Das Schlafhormon heißt Melatonin.
Wenn wir zu wenig Melatonin haben, können wir krank werden.
Wir bekommen mehr Gefahr für Depressionen, Herzkrankheiten oder Krebs.
Astrofotografen können den Sternenhimmel nicht mehr richtig sehen.
Sie sehen nur helle Werbung statt Sterne.
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Was können wir tun?
Politik:
Wir wollen Lampen, die warmweißes Licht machen.
Warmweißes Licht ist Licht mit wenig Blau.
Zum Beispiel: Weniger als 3000 K.
K bedeutet Kelvin. Kelvin ist eine Einheit für Lichtfarbe.
Lampen sollen nur nach unten leuchten.
Das spart Energie.
Dann sehen wir die Sterne besser.
Wir sollen unnötiges Licht ausschalten.
Oder Lampen mit Bewegungsmelder benutzen.
Oder Lampen mit Zeitschalter benutzen.
Oder Lampen mit Sensor benutzen.
Ab 22 Uhr darf es ruhig dunkel sein.
Für Privatpersonen:
Keine sehr hellen Lampen am Haus.
Keine Solar-Lampen im Garten.
Das Licht lockt viele Tiere und Nachbarn an.
Licht soll nur auf das eigene Grundstück leuchten.
Man soll warmweißes Licht benutzen: 2200–2700 K.
Man kann einfach eine Glühbirne austauschen.
Dann gewinnt man die dunkle Nacht zurück.
Das ist gut für die Natur und für uns.
Wir schlafen dann besser und fühlen uns wohler.
Letzten Freitag haben wir zusammen mit dem Kreisverband Sankt Wendel die Sternwarte Peterberg in Nonnweiler unsicher gemacht. Unter dem Motto „Lichtverschmutzung“, das unseren Kreisverband ja schon länger begleitet, hat uns Christoph Pütz (Hobby‑Astronom, Verfechter der Dunkelheit und Mitglied der International Dark‑Sky Association) mit einem Vortrag über die grelle „Nachtlampen‑Apokalypse“ begeistert. Er war auch maßgeblich beteiligt an der Belichtungsumrüstung im Nohfeldener Ortsteil Eiweiler. Diese Modelldorf wurde unter dem Projekt Gesundes Licht für Natur und Mensch als „Star Village“, also als Sternendorf zertifiziert. Die Menschen in Eiweiler haben es verstanden, doch im Rest der Welt wird es immer heller, dabei ist diese Dauerbeleuchtung sehr schädlich für Mensch, Tier und Pflanzen. Doch den meisten ist das im Alltag gar nicht bewusst. Wer hätte, zum Beispiel, gedacht, dass manche Straßenlaternen so hell leuchten, dass sie fast schon als Tageslicht‑Ergänzung gelten und das kalte LED‑Blau nicht nur unsere Augen, sondern auch Eulen, Fledermäuse und heimische Pflanzen in die Knie zwingt?
Warum das Ganze kein nächtlicher Zuckerschock, sondern ein echter Albtraum ist
Etwa ein Drittel aller Wirbeltiere und fast zwei Drittel aller Wirbellosen sind nachts aktiv und plötzlich wird ihr Lieblingsplatz zur Disco. Vögel fliegen gegen grell beleuchtete Fassaden, Insektenpopulationen in Naturschutzgebieten haben in den letzten 27 Jahren um satte 75 % abgenommen (und damit auch unser Bestäuber‑Team).
Und wir Menschen? Unser Schlaf wird von zu hellem Licht sabotiert, unser Melatonin geht in den Streik und das Risiko für Depressionen, Herz‑ und Krebserkrankungen steigt. Und für die Astrofotografen an der Sternwarte heißt das: Statt funkelnder Milchstraße nur ein verschwommenes Leuchtreklame‑Muster.
Was wir jetzt tun können?
Politisch fordern wir warmweißes Licht (≤ 3000 K) und Leuchten, die nur nach unten strahlen. Das spart nicht nur Energie, sondern lässt auch die Sterne wieder auftauchen. Überflüssige Beleuchtung einfach ausknipsen oder benötigte mit Bewegungsmeldern, Zeitschaltern und Sensoren ausstatten (ab 22 Uhr darf’s ruhig dunkel sein).
Privat geht’s ganz easy: Keine grellen Fassadenlichter, keine auch noch so hübschen Solarleuchten im Garten (die locken nicht nur Schnecken, sondern auch neugierige Nachbarn an), Licht nur auf das eigene Grundstück richten und dabei auf warmweißes Licht (2200–2700 K) setzen. Oft reicht schon der Austausch einer Glühbirne, um die Nacht zurückzugewinnen – und das mit gutem Gewissen und zukünftig besser ausgeschlafen.